Foto-Video-Technik-Story

50 Jahre selbst erlebte Technikgeschichte

Von Alfred from Germany – Pouva Start, CC BY-SA 2.0, Link

Es war 1968, da habe ich mein erstes Foto selbst gemacht. Das heißt, die Pouva Start in Anschlag gebracht, die Luft angehalten, den Bildausschnitt bestimmt und abgedrückt. Nach vier Wochen war klar, das Bild war gelungen – es ist noch heute im Familienalbum zu finden.

Mitte der Siebziger kam ich als Lehrling erstmals zu Geld. Ich war der Meinung, dass es viel besser sei, die Realität im Film, statt im Foto einzufangen. Und so legte ich mir eine Super8-Kamera zu. Eine LOMO 214 („made in USSR“). Doch ich war recht bald von der Qualität, von den hohen Kosten und dem noch höheren organisatorischem Aufwand beim Filmemachen und Filmezeigen enttäuscht.
Sogar mit „Tonfilm im Zweibandverfahren“ (ein Tonband lief gleichzeitig mit dem Projektor) habe ich mich abgemüht … aus heutiger Sicht einfach nur traurig.

Allerdings sind auch diese Oldies nicht ins Vergessen geraten. Im letzten Jahr entschloss ich mich, für die HD-Digitalisierung der alten Super8-Spulen, ein paar Hunderter auszugeben. Von dem gelieferten Ergebnis war ich dann schon begeistert. (Eigene Digitalisierungsversuche sind nur Zeitverschwendung.) Das sah sogar besser aus, als mein Original! Da habe ich mich gleich hingesetzt und einen alten Film neu geschnitten und nachvertont:

In den 1970/80ern bekam man die beste Farb- und Auflösungsqualität mit DIAs – so war jedenfalls meine Meinung nach einem Dia-Abend bei einem Kumpel. (Siehe auch hier: https://schaufoto.com/2017/04/07/dia-sammelsurium/)
Also musste es eine gute Spiegelreflexkamera werden, zum Beispiel eine Praktica L2. Diese hatte zwar noch keine Innenlichtmessung, aber es war schon eine echte Spiegelreflex: What you see, is what you get (Wenn du alles richtig machst und Glück hast …)

Die Innenlichtmessung kam dann irgendwann in den 80ern dazu: Praktica MTL5. Eine feine und begehrte Kamera, die man mir dann auch promt bei einen Jugendtourist-Reise in Moskau klaute.
Doch die (damals staatliche) Versicherung war gnädig und ersetzte mir den finanziellen Schaden vollständig. Die zweite MTL5 war auch nach der Wende noch lange mein Begleiter. Der Kauf eines „Vario-Objektives“ verlängerte die Lebenszeit der alten Praktica bis ins digitale Zeitalter.

SANYO VM-D6P – Video8

Gleichzeitig ließ ich das Filmen nie ganz. Als meine Kinder noch klein waren (das war zur hohen Zeit der VHS-CamCorder, wobei ich Video8 bevorzugte), da nahm die Filmerei sogar mehr Platz ein, als die Fotografie. Zwar nervten wieder die technisch bedingten Unzulänglichkeiten beim analogen Schnitt, doch es war durchaus ein Fortschritt: Konnte man sich doch die Ergebnisse sofort ohne großen Aufwand auf dem (Röhren-)Fernseher ansehen. (Und später bereitete die selbstgemachte Digitalisierung der Aufnahmen keine Probleme.)

Mit der Anschaffung eines Digital8-Camcorders von Sony begann endlich der direkte Videoschnitt am Computer und das Zeitalter der DVD. Zwar waren Rechenleistung und Speicherkapazitäten meiner Computer dafür damals grenzwertig, aber es funktionierte auf einem erfreulichen Qualitätsniveau.

Der später angeschaffte (und von mir sehr geliebte) DV-CamCorder Canon XM2 rentierte sich gleich mit dem ersten Auftragsvideo. So hätte es weitergehen können 😉 Doch ehe ich den Unterschied zwischen HD und Full-HD begriff, waren schon wieder mehrere Entwicklungsschritte an meinem Technikpark vorbeigegangen. Video ist und bleibt eben in allen Belangen aufwändiger als Foto.

Und damit zurück zur Fotografie. 2001 war es soweit: Digital sollte es weiter gehen. Mit einer Kodak DC4800. Doch recht bald war ich ziemlich ernüchtert. Was für eine simple Knipse! – Allerdings muss ich noch zur Ehrenrettung anmerken, dass diese Kamera durchaus auf der Höhe der Zeit stand. Die 3MP-Bilder, die ich damit machte, kann ich noch heute ohne Scham vorzeigen. Viel mehr war eben damals auf digitalem Weg nicht drin.

Also kaufte ich mir – „für Zwischendurch“, wie ich heute weiß – nochmal eine analoge Spiegelreflex, eine Minolta. Da fand ich wieder das vermisste Spiegelreflex-Handling, gepaart mit einem schnellen Autofokus. Wunderbar! Doch leider auch wieder mit steigenden Kosten bei steigenden Bilderzahlen.

Doch dann wurde es mit DIGITAL wirklich ernst. Ich entschied mich für die Sony DSC-F828. Acht Megapixel – was für ein Hammer! Die Bilder waren aus dem Stand besser, als alles Andere davor – ich war begeistert! Die heutzutage nicht akzeptablen Probleme mit der chromatischen Aberation störten mich nur am Rande. (Heute kann man diese Farbränder mit zwei Klicks in Lightroom eleminieren.)

Und trotzdem: Spiegelreflex blieb immer noch das non plus ultra!! Es sollte endlich eine Canon sein, eine Canon EOS 400D.
Mit dieser Kamera kam ich anfangs nur schlecht klar. Von der Sony durch die gut funktionierenden Automatiken versaut, hatte ich nämlich das eigentliche Handwerk verlernt. Mit der Canon kam ich erst zu guten Ergebnissen, als ich mich wieder auf das Zusammenspiel von ISO-, Farbtemperatur-, Blenden- und Belichtungswerten besann.

Doch irgendwie sollte es mit Canon auf Dauer nichts werden: Mit dem dazugekauften TAMRON gab es zunehmend Probleme mit der Schärfe im linken Bildbereich. Die Optiken von Canon waren mir aber echt zu teuer … da traf ich nach vielen Jahren zufällig einen alten Bekannten. Einen ausgewiesenen Nikon-Fan, der mich innerhalb von ein paar Minuten vom innovativen Handling einer Nikon überzeugen konnte.

Eine D90 wurde meine erste Nikon. Ein Traum von einer Kamera im Kaufjahr 2009.
Mit dieser Kamera begann ich dann auch (endlich) meine Bilder in RAW abzuspeichern. Die D90 habe ich noch heute in aktivem Betrieb – wenn auch nicht mehr so oft.
Vor allem durch meine Luftbildflüge wuchs immer mehr der Wunsch nach höher aufgelösten Bildern. Denn die 12 Megapixel der D90 sind gut – 24 Megapixel sind aber garantiert besser! Nikon brachte mir mit der D5200 den bezahlbaren Einstieg in diese Auflösungsklasse. Die D5200 sieht sich zwar selbst unterhalb dem Zielgruppenniveau der D90, ist aber technisch tatsächlich deutlich darüber. Ein bisschen sauer war ich, als kurz nach meinem Kauf schon das Nachfolgemodell herauskam. Alle hackten auf der „alten“ D5200 herum … heute weiß ich es besser: Die D5200 ist eine bewährt gute Kamera, die ich noch immer gern benutze.

Und wieder geht die Story weiter. Ich sah jemand mit einer FUJI X-T10 (16MP) Bilder machen, die mich staunen ließen. Sowas geht mit dieser kleinen Knipse?! Die Zukunft wird ja spiegellos sein. Warum also nicht bei FUJI preiswert einsteigen, um es auszuprobieren? So richtig preiswert wurde der Einstieg dann mit 899 Euro zwar nicht, aber ich bekam dafür neben der Kamera noch die rundum-sorglos-Kit-Objektive Fujinon XC 16-50 mm und XC50-230 mm. Und wer jetzt denkt „Igitt, bitte kein Kit!(Objektiv)“ liegt falsch. Ich habe jedenfalls an diesen Gläsern nichts zu mäkeln!

Nach einem halben Jahr Benutzung kristallisierten sich dann aber doch ein paar Mäkelpunkte heraus: Die Kamera wollte mir insgesamt im Handling einfach nicht richtig gefallen.
Erstens ist sie mir zu klein. Ohne die dazugekaufte Griff-Schnellwechselplatte wäre ich noch schlechter klar gekommen.
Zweitens sind die vielen kleinen Einstellrädchen zu anfällig für ungewollte Verstellungen, die man im Eifer eines „Fotogefechtes“ nicht unbedingt gleich bemerkt. Durch solchen Mist habe ich mehrfach Aufnahmen verloren – das geht gar nicht! (So etwas ist mir bis dahin noch nie passiert.)
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass diese FUJI eine klasse Kamera ist. (Das trifft bestimmt für das Nachfolgemodell, die X-T20 mit 24MP sogar noch mehr zu.) Doch sie ist nicht ganz mein Ding! Für spezielle Sachen wie z.B. für Zeitraffer, nehme ich sie gern. Und auch, wenn das Fotografieren unauffälliger geschehen soll, ist sie mir willkommen. Doch meine Hauptkamera muss anders sein – die Story geht weiter:

Denn da stach mir schon einige Zeit die Nikon D500 ins Auge. Das meiste mittlerweile gekaufte Zubehör würde passen, das Ding wäre auf der Höhe der Zeit und ich hätte wieder Nikon-Bedienfeeling. Nur der Preis …
… zum Glück kam irgendwann die D7500 heraus – und zwar mit (größtenteils) gleicher Technik und um einiges preiswerter. Billig ist das Teil nun aber trotzdem nicht. Die Verkäufer kennen die die Schmerzgrenzen ziemlich gut. Doch egal: Ich habe jetzt wieder eine tolle Hauptkamera, die mir richtig gefällt. Mit einem schnellen und präzisen Autofokus und sehr gutem Handling. (4k-Video ist auch dabei.) Im Moment denke ich gar nicht daran, wie meine Technik-Story weitergehen könnte. Jetzt mache ich erstmal nur noch Bilder.

Zugabe

Wer nun denkt, dass das eigentlich reicht, der irrt. Denn neben den oben gezeigten Teilen gibt es noch einige weitere, z.B. aus der Abteilung Spezial- und Spaßkameras.
So manche D-Mark habe ich bei Polaroid umgesetzt. Sofortbilder sollen ja wieder im Trend sein – ich habe diesen Trend schon hinter mir 😉
Und eine GoPro HERO4 Silver musste ich auch noch ausprobieren. Die macht echt Spaß! Sogar mit Spezialzubehör für 360Grad-Panoramen …

Mit der Ricoh THETA S ist dann an dieser Stelle wirklich Schluss mit der persönlichen Fototechnikgeschichte.
Eines bleibt aber gewiss: es wird weitergehen!

3 Gedanken zu “Foto-Video-Technik-Story

  1. Die Pouva habe ich im Herbst hier in Hamburg auf dem Flohmarkt für einen Euro erstanden…sie funktioniert noch 🙂
    Ansonsten bin ich bei Canon geblieben, die 5Dsr ist ein robustes Arbeitswerkzeug und die Originalobjektive klasse…auch im Vergleich zu Hasselblad und Co…. ( zwischendurch hatte ich noch die Mamiya 645/ die Pentax 67 sowie die Olympus Kameras OM3/OM4 ) aber letztlich entscheidet die Person hinter der Kamera wie das Bild wird !
    LG Jürgen

    • Die Pouva Start soll neu 16 DDR-Mark gekostet haben – da ist der Euro heute angemessen 😉
      Schön, dass du hier die Canon-Fahne hoch hälst. Allerdings ist die benannte 5Dsr nochmal in einer anderen Liga, als mein Kram hier. Und richtig: Wichtig ist, was hinten herauskommt. Und das liegt meist mehr am Bildermacher, als am Bilderkasten.
      Dein „LG“ beantworte ich mit „GL“, Gut Licht!

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