Hahnenklee in HDR

HDR mit Nikon D5200, Capture NX2, Lightroom 5 & HDR Efex Pro 2

Eigentlich habe ich das Kürzel HDR aus meinen Schlagwort-(Tags)-Pool gestrichen. Und dabei wird es auch weiterhin bleiben, denn es handelt sich um einen Begriff, der nicht wichtig sein sollte, weil es sich nur um eine Technik handelt, die keine Aussage über Inhalt oder Bildqualität gibt.

Allerdings hat HDR tatsächlich doch auch etwas mit der (technischen) Bildqualität zu tun: Man bekommt einen höheren Dynamikumfang im Bild präsentiert. Hell-Dunkel-Kontraste forderten schon immer die Fotografen heraus. Eine gekonnte Beleuchtung (auch Aufhellblitze) und Dunkelkammerarbeit waren die technisch/gestalterischen Antworten der Könner. Heraus kamen Bildwerke, die heute noch Bestand haben.

Die Aufnahmetechnik von heute kann differenziertere Bildinformationen abspeichern, als man mit bloßem Auge sieht. Um diese Daten auch im Bild sichtbar werden zu lassen, genügt aber die einfache Überführung der Daten in das JPG-Format nicht. Denn bei großem Dynamik-Umfang kommen Bilder heraus, die zu flau, zu dunkel (oder zu hell), zu unansehnlich sind: Das Foto entspricht bei weitem nicht dem Eindruck, den man vor Ort hatte. (Ganz zu schweigen von den Bildinformationen, die man vor Ort auch mit eigenen Augen nicht sehen konnte.)

Ich zähle mich keineswegs zu den Bildbearbeitungs-Gurus. Aber ich habe einen für mich gut handhabbaren Weg gefunden, zu vorzeigbaren HDR-Bildern zu kommen. Mag sein, dass HDR-Profis diesen Weg verachten – doch das ist mir egal. Denn wichtig ist, was hinten heraus kommt!

Der Vorteil meiner Vorgehensweise besteht darin, dass die Entscheidung HDR oder nicht HDR, nicht vor Ort fallen muss. Da ich sowieso im RAW abspeichere, kann ich auch nachträglich meine HDR-Versionen machen. Und zwar, indem ich aus meiner RAW-Datei drei JPG-Datein exportiere, die einen Belichtungsabstand von jeweils zwei Blendenstufen haben. Das heißt, es gibt eine normalbelichtete Datei, eine Datei mit zwei Blendenstufen Unterbelichtung und eine mit zwei Blendenstufen Überbelichtung. Diese Exportmöglichkeit gewährt mir mein „Capture NX2“ ohne Qualitätsverluste – will heißen, es sind keine extrapolierten Daten. Diese drei Datei-Versionen importiere ich innerhalb von Lightroom 5 und exportiere sie zum Plugin HDR Efex Pro 2 (von Google). (Ich weiß, dass es eine neuere Version gibt.)

HDR Efex Pro 2  habe ich mir zugelegt, weil es den Ruf hatte, besonders einfach, besonders natürliche HDR-Ergebnisse zu liefern. … und dem kann ich zustimmen. Zwar halte ich die mitgelieferten HDR-Vorlagen nicht für sehr inspirierend, doch ist es tatsächlich sehr einfach, eigene, bessere Vorlagen zu erstellen und diese dann sehr effektiv einzusetzen.
Versuche mit anderen Programmen führten bei mir nicht, oder nur nach langer Fummelei, zu ähnlichen Ergebnissen.
Auch die Farbtiefe der Ausgangsdatei erscheint wichtig. Die 12-Bit-RAWs aus meiner Nikon D90 bringen nicht ganz die Ergebnisse wie die 14-Bit-RAWs aus der D5200.

Und richtig, die D5200 hat schon einen eingebauten HDR-Modus. Doch der regt mich nur auf. So ein doof umständliches Handling!
Doch das Thema bleibt heiß: Im nächsten Lightroom soll HDR fest eingebaut sein und Kameras mit HDR-out gibt es bestimmt demnächst ganz brauchbare.

Hier nun also ein paar beispielhafte Gegenüberstellungen von der Version, die man im unbearbeiteten JPG erhalten würde mit meiner HDR-Variante. Ich denke, ich muss nicht extra sagen, was HDR ist:

2 Gedanken zu “Hahnenklee in HDR

  1. Sehr gut geschrieben und von meiner Seite gibt`s vollste Zustimmung! Über HDR werden „Fotografen“ ewig streiten. Ich lass mich davon nicht beeinflussen! Wenn man so will wäre jede Tiefen/Lichter-Korrektur im Lightroom ein Streitfall. Die digitale Bildbearbeitung bietet diese Möglichkeit, also will ich HDR auch nutzen.

    • Am Ende zählt nur das Bild. Mit Grausen erinnere ich mich an viele Dunkelkammer-Stunden mit nicht ansatzweise vergleichbaren Ergebnissen …
      Übrigens war es auch dein Blog, der mich zur HDR-Erkundung anregte. Danke dafür!

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